Gleichstellung und Diversität

Ihre Bedeutung für eEducation im Schulalltag

Gleichstellung in der Schule spielt eine entscheidende Rolle für eine gerechte und diverse Bildungsumgebung. Sie fördert einerseits die Chancengleichheit und das Selbstwertgefühl aller Schülerinnen und Schüler und trägt andererseits zur Entwicklung eines respektvollen und toleranten Gesellschaftsverständnisses bei. 

Durch die Förderung von Gleichstellung werden Stereotypen und Diskriminierung bekämpft, was letztendlich zu einer vielfältigen und harmonischen Lerngemeinschaft führt. Dies spielt auch bei eEducation eine wichtige Rolle. Durch den Einsatz von digitalen Medien können Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler besser unterstützen und individuelle Lernwege ermöglichen. Dabei ist es entscheidend, dass Gleichstellung gewährleistet wird, indem Zugang und Nutzung digitaler Ressourcen für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen ermöglicht werden.

Die Entwicklung von klaren Leitlinien und Richtlinien für die digitale Bildung, die Aspekte der Gleichstellung berücksichtigen stellen sicher, dass dieser Forderung, die im Grundsatzerlass „Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung“ bereits seit 2018 schriftlich festgehalten wurde, entsprechend nachgekommen wird.

Gleichbehandlung und Gleichstellung im Lehrplan: Verankert in allen Schularten

In allen Schularten gewinnen Gleichbehandlung und Gleichstellung zunehmend an Bedeutung. Die aktuellen Lehrpläne verankern diese Werte fest im Bildungsauftrag und stellen sicher, dass Schüler_innen frühzeitig für Vielfalt, Chancengerechtigkeit und respektvolles Miteinander sensibilisiert werden. Im folgenden Beitrag schaffen wir einen Überblick darüber, wie diese Themen in den verschiedenen Bildungsgängen aufgegriffen, umgesetzt und weiterentwickelt werden – für eine Schule, die alle stärkt und niemanden zurücklässt.

Lehrplan der Volksschule

Didaktische Grundsätze

Werteverständnis und interkulturelle Kompetenz

  • Die Schülerinnen und Schüler können
  • kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrnehmen;
  • Diversität, religiöse Pluralität und Religionsfreiheit als gesellschaftliche und schulische Normalität wahrnehmen;
  • mit unterschiedlichen Lebensentwürfen respektvoll umgehen;
  • eine wertschätzende Grundhaltung einnehmen (als Grundlage für Zivilcourage und eine konstruktive Konfliktkultur ohne kulturelle Zuschreibungen);
  • die Grundlagen eines demokratischen Systems auf Basis der Klassengemeinschaft erkennen;
  • die Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter als demokratischen Grundwert begreifen;
  • mit religiöser Pluralität umgehen und Religionsfreiheit als Menschenrecht begreifen.

Digitale Grundbildung

Didaktische Grundsätze (5. bis 8. Schulstufe):

In koedukativen Gruppen ist darauf zu achten, dass Buben und Mädchen gleichberechtigte Zugänge und Möglichkeiten der Teilhabe erhalten. Die Dynamik der digitalen Welt erfordert es, Inhalte und Methoden kontinuierlich zu evaluieren und anzupassen. Die Förderung der Chancengleichheit und der Abbau von stereotypen Zuschreibungen sind stets im Blick zu behalten.

Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung

Bildungs- und Lehraufgabe:

Kontroverse Interessen in Geschichte und Politik sind im Unterricht ebenso kontrovers darzustellen. Lehrkräfte haben darauf zu achten, dass Schülerinnen und Schüler eine kritisch-abwägende Distanz aufrecht erhalten können. Das Kennenlernen verschiedener Modelle menschlichen Zusammenlebens in der Vergangenheit soll zu Verständnis der eigenen Situation und Toleranz dem Anderen gegenüber in der Gegenwart führen.

Im besonderen Maße ist hierbei von der Erlebnis- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler auszugehen. Im Bereich des historischen Lernens stellen ua. Neue Kulturgeschichte/Geschlechtergeschichte, Umweltgeschichte oder Globalgeschichte gleichberechtigte Zugänge dar. Im Bereich des politischen Lernens sind Themenbereiche aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler wie zB Medien, Konsum, Migrationserfahrungen, Lebenswegentscheidungen aufzugreifen.

(RIS - Lehrplan der Volksschule - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 29.11.2025)

Lehrplan der Mittelschule (5.-8. Schulstufe)

 

Übergreifende Themen

5. Interkulturelle Bildung

5.1 Bedeutung des übergreifenden Themas

Interkulturelle Bildung befähigt Schülerinnen und Schüler mit Vielfalt in einer diversen Gesellschaft umzugehen. 

Interkulturelle Bildung ist den Menschenrechten sowie den Prinzipien der Menschenwürde und der Gleichheit aller Menschen verpflichtet und fördert das Verständnis von und den Umgang mit Vielfalt, macht Potenziale sicht- und nutzbar und leistet einen Beitrag zur Dialogkompetenz innerhalb der Klassen- und Schulgemeinschaft.

8. Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung

8.1 Bedeutung des übergreifenden Themas

Die Gleichstellung der Geschlechter ist als universelles Menschenrecht in mehreren internationalen Übereinkommen verankert, sowohl als eigenes Ziel als auch als Querschnittsthema (zB UN-Agenda 2030 /Nachhaltigkeitsziele: Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) 4 Inklusive Bildung und SDG 5 Geschlechtergleichstellung; Istanbul-Konvention des Europarates zum Abbau von geschlechterbezogener Gewalt; UN-Frauenrechtskonvention). Geschlechtergleichstellung wurde damit als wichtiger Hebel für die Weiterentwicklung von Gesellschaften in Richtung Nachhaltigkeit, Demokratie und Gewaltfreiheit identifiziert. Durch die Verankerung in der österreichischen Bundesverfassung ist die Förderung der Gleichstellung auch als staatliche Aufgabe definiert. Bildung kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

Im Schulbereich schafft eine reflexive Geschlechterpädagogik unter dem Aspekt der Geschlechtergleichstellung geeignete Lernräume, in denen sich alle Jugendlichen unter professioneller Begleitung mit Geschlechterthemen unter verschiedenen Blickwinkeln auseinandersetzen können. Dies kann sowohl auf Fachebene erfolgen als auch auf persönlicher Ebene (zB Auseinandersetzung mit Sexismus und Identitätsfragen). Derartige Lernprozesse erzeugen Wissen und Bewusstsein für Bedingungsfaktoren von Geschlechterungleichheiten und deren Veränderbarkeit, wodurch auch die Bereitschaft gestärkt werden kann, sich im Alltag für mehr Gleichstellung einzusetzen. Durch die Auseinandersetzung mit Rollenklischees können geschlechterstereotype Zuschreibungen erkannt und überwunden werden, sowie eigene Lebens- und Berufsperspektiven erweitert werden.

Eine geschlechterreflexive Methodik und Didaktik soll Jugendliche dabei unterstützen, ihre Potentiale und Interessen (zB im MINT-, Kreativ- oder CARE-Bereich) unabhängig von geschlechterspezifischen Rollenzuschreibungen zu entwickeln bzw. zu entfalten und dadurch reflektierte Entscheidungen für die eigene Berufs- und Lebensplanung zu treffen (zB gleichberechtigte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit in der Partnerschaft, gleichberechtigte Elternschaft, Stärkung des Interesses von Schülerinnen und Schülern an bislang geschlechtsuntypischen Berufen/Studien).

8.2 Kompetenzziele am Ende der Sekundarstufe I

Die Schülerinnen und Schüler können

  • Begriffe wie „Geschlechterstereotypen“, „Diskriminierung“, „Chancengleichheit“ und „Sexismus“ anhand von Beispielen auch aus der eigenen Lebens- und Erfahrungswelt erklären (zB Fähigkeitszuschreibungen, Verhaltensnormen, Einkommensunterschiede, sexuelle Gewalt, Geschlechtervielfalt) sowie eigene Positionen zu diesen Themen entwickeln;
  • die Begriffe „Frauenbewegung“ und „Gleichstellungspolitik“ mit einfachen Worten erklären und einen Zusammenhang herstellen zu bestimmten Errungenschaften in der Gleichstellungspolitik (zB Wahlrecht, Zugang zu gleicher Bildung, Gesetze gegen sexuelle Gewalt);
  • Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Interessen entwickeln und diese konsequent weiterverfolgen, ohne sich dabei von Geschlechterstereotypen entmutigen zu lassen;
  • vorurteilsfrei miteinander kommunizieren und in von Sexismus und Diskriminierung geprägten Situationen Zivilcourage zeigen;
  • argumentieren, mit welchen Zielsetzungen in den österreichischen Gesetzen der Grundsatz der Gleichberechtigung verankert ist.
  • Fachlehrpläne zum Erwerb von Kompetenzen des übergreifenden Themas: Bewegung und Sport, Bildungs- und Berufsorientierung, Biologie und Umweltbildung, Chemie, Deutsch, Digitale Grundbildung, Geografie und wirtschaftliche Bildung, Geschichte und Politische Bildung, Kunst und Gestaltung, Latein, Mathematik, Physik, Technik und Design

Englisch

Didaktische Grundsätze (1. bis 4. Klasse): 

“Besonderes Augenmerk liegt auf der Sensibilisierung und Akzeptanz gegenüber Sprachvarietäten, auch im Kontext der Leistungsfeststellung. Die Schülerinnen und Schüler sollen auch das Bewusstsein für angemessene Sprachregister entwickeln. Mechanismen von Diskriminierung und Verstöße gegen die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, die sich auch in sprachlichen Formulierungen in Texten und Medien finden, werden analysiert und hinterfragt7.”

Deutsch

Didaktische Grundsätze (1. bis 4. Klasse):

“Besonderes Augenmerk liegt auf der Sensibilisierung gegenüber Sprachvarietäten, -registern und -ebenen, Mehrsprachigkeit sowie Inter- und Transkulturalität7. Mechanismen von Diskriminierung und Verstöße gegen die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, die sich in sprachlichen Formulierungen in Texten und Medien finden, werden analysiert und hinterfragt7. Literale Bildung befähigt Schülerinnen und Schüler, sich überliefertes Wissen nicht nur anzueignen, sondern auch zu hinterfragen, um sich kritisch in gesellschaftliche Diskurse1, 8, 11, 13 einzubringen. Das Lesen von und das Sprechen über Literatur fördern darüber hinaus die Ausbildung eines gefestigten Lesehabitus, literarischer Kompetenzen sowie ästhetischer Wahrnehmungsfähigkeit und die Freude am Lesen.”

Digitale Grundbildung

Didaktische Grundsätze (1. bis 4. Klasse): 

“Bei der Erarbeitung der unterschiedlichen Kompetenzen ist jeweils von der Lebenswirklichkeit und den Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung der Heterogenität individueller Medienbiographien auszugehen. In koedukativen Gruppen ist darauf zu achten, dass Buben und Mädchen gleichberechtigte Zugänge und Möglichkeiten der Teilhabe erhalten. Die Dynamik der digitalen Welt erfordert es, Inhalte und Methoden kontinuierlich zu evaluieren und anzupassen. Die Förderung der Chancengleichheit und der Abbau von stereotypen Zuschreibungen sind stets im Blick zu behalten.”

Weitere Pflichtgegenstände und unverbindliche Übungen

Gesellschaft und Kultur- Werteverständnis und interkulturelle Kompetenz

"Die Schülerinnen und Schüler können

  • kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrnehmen
  • Diversität, religiöse Pluralität und Religionsfreiheit als gesellschaftliche und schulische Normalität wahrnehmen;
  • mit unterschiedlichen Lebensentwürfen respektvoll umgehen;
  • eine wertschätzende Grundhaltung einnehmen (als Grundlage für Zivilcourage und eine konstruktive Konfliktkultur ohne kulturelle Zuschreibungen);
  • die Grundlagen eines demokratischen Systems auf Basis der Klassengemeinschaft erkennen;
  • die Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter als demokratischen Grundwert begreifen; mit religiöser Pluralität umgehen und Religionsfreiheit als Menschenrecht begreifen."

(RIS - Lehrpläne der Mittelschulen - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 29.11.2025)

Lehrplan der allgemeinbildenden höheren Schulen

Übergreifende Themen

5. Interkulturelle Bildung- Siehe Lehrplan der Mittelschulen

8. Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung- Siehe Lehrplan der Mittelschulen

Lebende Fremdsprache (Erste, Zweite)

Bildungs- und Lehraufgabe (5. bis 8. Klasse):

Mensch und Gesellschaft

Durch die Auswahl geeigneter fremdsprachlicher Themenstellungen ist die Weltoffenheit der Schülerinnen und Schüler sowie ihr Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge zu fördern. Konfliktfähigkeit, Problemlösungskompetenz und Friedenserziehung sind auch im Fremdsprachenunterricht als zentrale Lehr- und Lernziele zu betrachten. Zudem ist im Fremdsprachenunterricht eine Sprachregelung zu vermitteln und zu pflegen, die der Gleichberechtigung der sozialen Geschlechter entspricht.

Bildungsbereiche der Oberstufe

Bildungsbereich Mensch und Gesellschaft

Wissen über und Verständnis für gesellschaftliche (insbesondere politische, wirtschaftliche, rechtliche, soziale, ökologische, kulturelle) Zusammenhänge ist eine wichtige Voraussetzung für ein bewusstes und eigenverantwortliches Leben und für eine konstruktive Mitarbeit an gesellschaftlichen Aufgaben.

Die Schülerinnen und Schüler sind – unabhängig von ihrer sozialen, religiösen und kulturellen Herkunft – dabei zu unterstützen und zu begleiten, sich mit Ursachen gesellschaftlicher Ungleichheitsstrukturen, insbesondere auch mit Geschlechterungleichheiten und Rollenstereotypen kritisch auseinanderzusetzen, um eigene Handlungsspielräume und Lebensperspektiven zu erweitern. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiters dabei unterstützt werden, Haltungen und Kompetenzen zu entwickeln, die der Chancengleichheit und dem Abbau geschlechtshierarchischer Rollennormen dienlich sind.

Geschichte und Politische Bildung

Orientiert an der Chancengleichheit und Gleichstellung der Geschlechter sollen Schülerinnen und Schüler auch erkennen können, dass Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse in Vergangenheit und Gegenwart unterschiedlich definiert waren und sind, demnach veränderbar und gestaltbar sind. 

Gesamteuropäisches Denken und Weltoffenheit stellen die Grundlage für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben in einem globalen und überregionalen Zusammenhang dar.

Informatik

Das Fach Informatik eröffnet allen Schülerinnen und Schülern einen gleichberechtigten Zugang zu informatischen Denk- und Arbeitsweisen als Voraussetzung für den produktiven Umgang mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien.

RIS - Lehrpläne – allgemeinbildende höhere Schulen Anl. 1 - Bundesrecht konsolidiert, tagesaktuelle Fassung

Begriffsdefinitionen

Gleichbehandlung

Verankert im Bundes-Gleichbehandlungsgesetz 

„Die direkte oder indirekte Diskriminierung von Personen ohne Unterschied des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung“ (B-GBG, 1993)

Alle Personen werden ohne Diskriminierung gleich behandelt, unabhängig von Unterschieden wie Geschlecht, Herkunft oder Religion.

Gleichstellung

Verankert im Bundes-Verfassungsgesetz 

tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung („de facto“) aktive Maßnahmen zur Gleichstellung (rechtlich und organisatorisch)

Maßnahmen und Bedingungen werden geschaffen, um gleiche Chancen und Rechte für alle zu gewährleisten, insbesondere für benachteiligte Gruppen.

Gleichberechtigung

Verankert im Bundes-Verfassungsgesetz

…keine Unterscheidung in den formalen Rechten in einem Rechtssystem  („de jure“)

Alle Menschen haben die gleichen Rechte und Pflichten, besonders in rechtlicher und sozialer Hinsicht, unabhängig von Geschlecht oder anderen Merkmalen (Menschenrechte)

Diversität

… bedeutet Breite, Vielfalt.
Sie bezeichnet die Vielfalt von Merkmalen, Eigenschaften und Unterschieden innerhalb einer Gruppe oder Gemeinschaft. Diese Merkmale können ethnische Herkunft, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Religion, Fähigkeiten und vieles mehr umfassen. Diversität fördert Toleranz, Respekt und die Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven und Erfahrungen.

Aktivitäten im Feld Gleichstellung und Diversität

Die Integration von Badges im Bereich Gleichstellung und Diversität ist entscheidend für die Umsetzung einer ganzheitlichen eEducation-Strategie an Schulen. Aktivitäten zur Förderung von Gleichstellung und Diversität sollten fest in das digitale Konzept der Schule integriert werden. eEducation unterstützt Schulen dabei durch die Möglichkeit in diesen Bereichen Aktivitäten zu setzen und Badges einzureichen.

Unterrichtsmethoden, Unterrichtsinhalte

Welche Aktivitäten können gesetzt werden?

Pädagogischen Materialien für Geschlechtergerechtigkeit in der Praxis

Geschlechtergerechtigkeit und Gleichbehandlung im Unterricht braucht praxisnahe, gut durchdachte Materialien, die Lehrkräfte im schulischen Alltag wirksam unterstützen. Auf dieser Seite stellen wir eine Auswahl an pädagogischen Ressourcen vor, die dabei helfen, stereotype Rollenbilder aufzubrechen, Vielfalt sichtbar zu machen und einen wertschätzenden Blick auf unterschiedliche Lebensrealitäten zu fördern. Die vorgestellten Materialien sind direkt einsetzbar und bieten Impulse für eine Unterrichtspraxis, die Chancengleichheit nachhaltig stärkt.

Geschlechtsneutrale Lehr- und Lernmaterialien:

Die Bedeutung geschlechtsneutraler Lehrmaterialien liegt in ihrer Fähigkeit, Geschlechterstereotype aufzubrechen und eine inklusive Lernumgebung zu schaffen. Durch die Verwendung solcher Materialien können Lehrkräfte dazu beitragen, die Vielfalt der Schülerschaft anzuerkennen und die Gleichstellung von Mädchen, Jungen und anderen Geschlechtern zu fördern.

  • Überprüfung von Lehrmaterialien auf geschlechtsspezifische Stereotypen und Gewährleistung einer geschlechtsneutralen Präsentation von (technologischen) Inhalten.
  • Integration von Beispielen und Fallstudien, die die Vielfalt von Frauen in der Technologiebranche hervorheben.
  • Verwendung von inklusiver Sprache, um sicherzustellen, dass alle Schüler:innen sich angesprochen und ermutigt fühlen.

Projekte und Präsentationen von Schüler:innen:

  • Mach es gleich
    …eine Lehr- und Lernmappe für Theorie und Praxis zum Thema Gender & Schule, für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ab 12 Jahren
  • Veranstaltung von Wettbewerben oder Ausstellungen, um kreative Arbeiten von Schülern zu Geschlechterthemen in der digitalen Welt zu präsentieren.
  • „Technologiecamps“ gleichermaßen für Buben und Mädchen
  • Veranstaltung von Workshops, die speziell (auf Mädchen) zugeschnitten sind und ihnen intensive Einblicke in verschiedene technologische Disziplinen bieten.
  • Gründung von Coding-Clubs oder Informatikgruppen (speziell für Mädchen)
  • Organisation von regelmäßigen Treffen, Workshops und Hackathons, um (Mädchen) die Möglichkeit zu geben, gemeinsam an Projekten zu arbeiten und Erfahrungen auszutauschen. 
  • Feiern von Erfolgen und Leistungen: Veranstaltungen oder Preisverleihungen innerhalb der Schule, um die Erfolge (von Mädchen) in technologiebasierten Aktivitäten zu würdigen, Installierung eines Schaukastens, oder „Artefakt des Monats“, Schaffung von Plattformen zur Präsentation von Projekten und zur Anerkennung von Engagement und Kreativität.
  • Einrichtung von Mentoring-Programmen, bei denen erfahrene Frauen aus der Technologiebranche Schülerinnen begleiten und unterstützen, ReMent: Schüler:innen befinden sich in der Lehrendenrolle, Schaffung von Plattformen für den regelmäßigen Austausch zwischen Mentorinnen und Mentees.

Geschlechtssensible Berufsorientierung

Zur Förderung von geschlechtssensibler Berufsorientierung, um stereotype Vorstellungen über MINT- Berufe aufzubrechen und den Zugang zu verschiedenen Karrierewegen zu erleichtern.

  • Rolemodels: Einbindung von weiblichen Fachleuten und erfolgreichen Frauen aus dem Technologiebereich in Schulveranstaltungen.
  • Organisation von Karriere-Tagen oder Vorträgen, um Mädchen Einblicke in verschiedene Berufsfelder der Technologiebranche zu ermöglichen.

Kooperation mit Technologieunternehmen in der Region

  • Kooperation mit Technologieunternehmen, um (Mädchen) Praktikums- und Hospitationsmöglichkeiten zu bieten.
  • Förderung von Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen im Zuge von Projekten, um den Austausch zwischen Schülerinnen und Fachleuten aus der Technologiebranche zu fördern.

Digitale Ethik und Medienkompetenz:

  • Integration von Themen wie digitale Ethik, kritische Medienkompetenz und Online-Verhalten (auch in die Schulordnung/ in den Schulentwicklungsplan) um Schülerinnen und Schüler für die Auswirkungen von Geschlechterstereotypen in der digitalen Welt zu sensibilisieren.
  • Entwicklung von digitalen Geschichten und Lernspielen, die Technologie auf unterhaltsame Weise präsentieren und Mädchen ermutigen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln.

Schulentwicklung

Welche Aktivitäten können gesetzt werden?

Geschlechtsneutrale Sprache:

  • Verwendung geschlechtsneutraler Sprache in der schulischen Kommunikation, um Geschlechterstereotype zu vermeiden. 
  • Elternbriefe
  • Unterrichtsstunde
  • Hompage, Flyer,…

Fortbildung für Lehrkräfte:

  • Angebote zur Fortbildung von Lehrkräften im Bereich Geschlechtergerechtigkeit, um ihnen die notwendigen Werkzeuge zur Förderung eines inklusiven Unterrichts zur Verfügung zu stellen.
  • Integration von Geschlechterthemen in die Lehrerfortbildungen im Bereich digitaler Bildung, um Lehrkräften die Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um geschlechtssensiblen Unterricht zu gestalten.
  • Nutzung von Online-Ressourcen und Schulungsmaterialien, die sich speziell mit Geschlechtergerechtigkeit in der digitalen Bildung befassen.

Geschlechtssensible Schulinfrastruktur:

  • Gestaltung von Schulräumen und -einrichtungen, die geschlechtssensibel sind, um beispielsweise geschlechtsspezifische Toiletten oder Umkleideräume zu vermeiden und eine inklusive Umgebung zu schaffen.
  • Integration von verschiedenen Technologiebereichen wie Programmierung, Robotik, 3D-Druck oder App-Entwicklung.

Zugang zu Technologie:

  • Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit Technologie, die berücksichtigt werden müssen?

Elterninformationsveranstaltungen:

  • Abhaltung von Informationsveranstaltungen für Eltern, um sie über die Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit in der digitalen Bildung zu informieren und ihnen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um ihre Kinder bei der sicheren und gleichberechtigten Nutzung digitaler Medien zu unterstützen.
  • Sensibilisierung von Eltern und Lehrern für die Bedeutung der Förderung von Technologieinteressen bei Mädchen (Newsletter, Homepagebeiträge, Elternabende,…)

Gastvorträge und Expertenpanels:

  • Einladen von Expert:innen auf dem Gebiet der Geschlechterforschung, digitalen Medien und Bildung, um Gastvorträge zu halten oder an Expertenpanels teilzunehmen.
  • Diskussionen über aktuelle Herausforderungen und Best Practices im Bereich geschlechtssensible digitale Bildung.

Zur Referent:innen Datenbank

 

Partnerschaften mit externen Organisationen:

  • Zusammenarbeit mit externen Organisationen und Experten, die auf dem Gebiet der Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung spezialisiert sind, um zusätzliche Ressourcen und Fachkenntnisse in die Schulentwicklung einzubringen.

Schulische Gremien und Ausschüsse:

  • Beteiligung von Schüler:innen, Eltern und Lehrer:innen an schulischen Gremien und Ausschüssen, um sicherzustellen, dass unterschiedliche Perspektiven in Entscheidungsprozesse einfließen.
  • Entwicklung und Umsetzung einer klaren Antidiskriminierungspolitik, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Religion oder anderen kulturellen und gesellschaftlichen Aspekten aktiv bekämpft und klare Maßnahmen bei Verstößen festlegt.