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20. E-Learning Tag der FH JOANNEUM am 22.9.2021 zum Thema „Wie lernen wir in Online-Gruppen und Online-Netzwerken? – Was klappt online und was Face-to-Face besser?"

Gerade im Jahr 2020 verursachte eine weltweite Pandemie den Umstieg vom Präsenzunterricht zu teilweisem oder vollständigem Online-Unterricht.

Lehrende, LehrerInnen und TrainerInnen sowie die Lernenden kämpften mit der Technik, der Didaktik, dem Zeitmanagement. In diesem Jahr haben wir gesehen, was online möglich ist, welche, oft auch unerwarteten, positiven Aspekte Online-Lernszenarien haben können, vielleicht gerade weil weniger Kontrolle möglich ist und die Lernenden ihre Selbstverantwortung stärker einbringen müssen. 
 
Um 9:50 Uhr vertreibt mich meine zehnjährige Tochter aus dem Arbeitszimmer, loggt sich mit ihrem Account ein, startet MS Teams und nimmt aktiv an der einstündigen Online-Session teil, die die Klassenlehrerin anbietet. Danach chattet sie mit ihren Freundinnen per Text und um 10:30 Uhr steigt sie aus der Online-Lernumgebung wieder aus. Zitat der Mutter einer Volksschülerin 
 
Die Online-Gruppe  
 
Menschen sind soziale Wesen und nach der Selbstbestimmungstheorie motiviert die Interaktion in der Gruppe zum Lernen1. Nach der „Wunderkammer-Metapher“ sollen Lernräume die Neugier anregen, zur Erforschung des Themenbereichs einladen und Mitgestaltung ermöglichen2. In den letzten 20 Jahren haben wir von Gilly Salmon3 gelernt, was die Online-Gruppe braucht und wie die Kunst der E-Moderation die Online-Gruppe wachsen lässt. 
 
Im Online-Unterricht zeigt sich, dass ein gewisser Anteil an synchronem bzw. asynchronem Unterricht die Attraktivität des Studiums erhöhen kann, wobei ausschließlicher Online-Unterricht für Studierende und Lehrende unterschiedliche – auch individuell unterschiedlich wahrgenommen – Nachteile bringt. Teambuilding profitiert jedenfalls von Face-to-Face Meetings, gegebenenfalls nach der Absolvierung einer Online-Sozialisierungsphase. Feedback durch körperliche Präsenz fehlt und doch machen wir uns auch online ein Bild voneinander. Die Kommunikation passiert online oft leichter und schneller.  
 
Das Online-Netzwerk  
 
Wenger umfasst in seinem Begriff der „Community of Practice“ die Identität als Mitglied, gemeinsame Lernprozesse und ein Bekenntnis zum „Fach“ (Domain). Die Konzepte „Community“ und „Netzwerk“ sind nach Wenger zwei Arten, wie Entwicklungsprozesse größerer Gruppen strukturiert werden können. In einer  Gemeinschaft steht das Individuum mit seinen und ihren individuellen Lernbedürfnissen im Mittelpunkt, wohingegen das Netzwerk die Verbindung zwischen Individuen betont.4  
 
Studierendengruppen sind möglicherweise Lerngemeinschaften, der Kontext, insbesondere in berufsbegleitenden Studiengängen, gibt ihnen auch Möglichkeiten zum Netzwerken. Gerade online können externe ExpertInnen eingebunden und die Studierenden – etwa in öffentlichen Online-Portfolios in ihrem Fach – für eine Online-Gemeinschaft sichtbar werden. 

1 Deci, Edward L., & Ryan, Richard M. (Eds.). (2004). Handbook of self-determination research. University Rochester Press
2www.dienetzwerkerinnen.at/blog/2020/08/13/die-wunderkammer-metapher/
3 Salmon, G. (2013). E-tivities: The key to active online learning. Routledge.
4 Wenger, Etienne (2010). Communities of practice and social learning systems: the career of a concept. In Blackmore Chris (ed) Social learning systems and communities of practice (pp. 179-198). Springer, London. 
 
 

Online-Gruppen und -Netzwerke in Schule und Training 
 
Auch im Schulunterricht war seit März 2020 die Online-Gruppe gefragt. Welche Konzepte und Experimente wurden umgesetzt? Was war erfolgreich und was schwierig?  
 
Gerade auch im (Team-)Sport ist das Training in Gruppen wesentlich – welche Konzepte setzt der Lehrgang „Sportmanagement und Training“ online um?  
 
Im Trainingsprojekt #dienetzwerkerinnen stand bereits vor Corona das Online-Netzwerk im Mittelpunkt. Der heurige E-Learning Tag zielt auch darauf ab, die Erfahrungen im Netzwerk zu diskutieren. 

Präsentieren Sie Ihre Konzepte, Projekte und Erfahrungen aus Hochschule, Schule oder Unternehmen  online beim 20. E-Learning Tag u.a. zu folgenden Fragen:  
 
Lernen in der Online-Gruppe

  • Was braucht es, damit Online-Gruppenprozesse klappen und das gemeinsame Lernen erfolgreich ist?

  •  Tauschen Sie sich mit den TeilnehmerInnen über ihre Beispiele von Online-Gruppenexperimenten in Schule, Hochschule und Training aus! 

 
Lernen in Online-Netzwerken  

  • Welche Rolle spielen (Online-)Netzwerke in Ihren Lernszenarien?
  • Wie können SchülerInnen, Studierende und andere Lernende Kompetenzen des Netzwerkens erwerben? 

 
Das Spannungsfeld zwischen online und Face-to-Face 

  • Was ist online mühsam und was klappt online besser?
  • Wie können Online- und Offline-Gruppenaktivitäten gut verbunden werden? 

 
Bei Interesse verwenden Sie für Ihre Einreichung bitte unser Online-Formular: 
 
https://fhj.to/abstract-elearningtag 

HINWEIS: Einreichungen werden auf Deutsch und Englisch (britische Schreibweise) akzeptiert
 
 
Wir freuen uns über Ihren Beitrag zu diesen Themen bis Dienstag, 02. März 2021  und benachrichtigen Sie bis Dienstag, 16. März 2021 über Akzeptanz und Format Ihrer Einreichung. 
 
Jutta Pauschenwein (ZML – Innovative Lernszenarien), Dietmar Wallner (Sportmanagement und Training) 
und das gesamte Team des ZML der FH JOANNEUM – University of Applied Sciences 
 
 
Das Projekt dienetzwerkerinnen.at wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) - Programm „Laura Bassi/Frauen gestalten Digitalisierung“ unterstützt.